20 Jahre Mauerfall
Trotz unserer anhaltenden Sendepause (GSS braucht euch!), wollten wir heute, an diesem wichtigen Tag, doch einen Bericht zum 20. Jahrestag des Mauerfalls bringen.
Der 9. November ist aus verschiedenen Gründen ein wichtiges Datum in der deutschen Geschichte, aber heute gedenken wir einem Moment der eine ganze Generation geprägt hat: der Fall der Berliner Mauer vor genau 20 Jahren.
In den Wochen, die zum November 1989 hinführten, hatten sowohl Ungarn als auch die Tschechoslowakei ihre Grenzkontrollen entspannt, und Tausende von Ostdeutschen flohen in den Westen. Da die Trennung Westdeutschlands von der DDR unwiderruflich geschwächt war, wurde die Entscheidung getroffen die Grenze zu öffnen, die 28 Jahre lang wirksam abgedichtet war.
Dieses sollte eigentlich am 17. November statt finden, aber bei einer Pressekonferenz am 9. November verkündetet ein Pressesprecher der Regierung fälschlicherweise, dass die Bevölkerung umgehend die Grenze frei überqueren könnte. Berliner auf beiden Seiten der Mauer strömten zu diesem Bollwerk aus Beton, und waren der verwirrten Grenzpolizei weit überlegen, die zu diesem Zeitpunkt nicht wussten, was vor sich gegangen war, und der Rest ist bekanntlich Geschichte.
Das Brandenburger Tor war ein symbolischer Mittelpunkt für den Mauerfall. Während des Kalten Krieges war das Tor isoliert im “Todesstreifen” zwischen den zwei Mauern – der äußeren Mauer, die nach Westen zeigte, und der kleinerer inneren. Heute sitzt das Brandenburger Tor im Herzen der vereinigten Stadt, und die genaue Position der Mauer ist mit einer Reihe von Pflastersteinen markiert, die in den Straßenbelag eingelassen sind.
Außer den Pflastersteinen ist so gut wie nichts von der Mauer hier übrig, daher bezieht sich der Rest dieses Beitrages auf Orte, wo man die Mauer – oder ihr Vermächtnis – noch immer sehen kann. Wir fangen im Norden der Stadt an, im Bezirk Pankow. Hier ist der ehemalige “Todesstreifen” deutlich zu sehen an den Bäumen, die dort gewachsen sind seit die Grenzpolizei abgezogen ist. Ein paar kleine Abschnitte der Mauer existieren hier noch, und ein wenig weiter südlich sieht man einige wenige Blumenschalensperren – Barrikaden, die als Betonurnen verkleidet und mit Blumen gefüllt sind.
Ebenfalls an vielen Stellen noch sichtbar ist der Pfad, der benutzt wurde, um die Grenze zu patrouillieren. Einer der am besten erhaltenen Stellen ist direkt neben der Schulzestrasse, wo die hohen Laternenpfahle, die ursprünglich den Todesstreifen beleuchteten, noch deutlich zu sehen sind.
An der Bernauer Straße wurde die Grenze durch die Mauern der Häuser auf der südlichen Seite der Straße gebildet – die Wohnungen waren in Ostdeutschland, die Straße selbst im Westen. Folglich war es der Schauplatz vieler Fluchtversuche. Um dieses zu verhindern, mauerten die Behörden zuerst die Fenster zu, und schließlich wurden alle Anwohner evakuiert und die Gebäude entlang der Grenze demoliert. Heute, mit ihrer Südseite weitest gehend leer, ist die Bernauer Straße Standpunkt vieler Denkmäler an der Mauer. Die Kapelle der Versöhnung wurde 2000 an der Stelle einer ehemaligen Kirche eröffnet, die jahrelang im Niemandsland isoliert war, bevor sie 1985 demoliert wurde. Gegenüber auf der anderen Straßenseite ist das Dokumentationszentrum Berliner Mauer.
In der Nähe schlängelt sich die Grenze so sehr, dass sich der Nordbahnhof West Berlin schon östlich von Ost Berlin liegt! Wieder sind einige Abschnitte der Mauer noch sichtbar – diese waren Teil der “Hinterland Mauer”, der kleineren Barriere hinter der Hauptmauer.
Die längste, immer noch bestehende Strecke der Mauer ist als East Side Gallery bekannt, über die 2005 schon mal im englischen Google Sightseeing berichtet wurde. Seitdem hat sich die Bildqualität um einiges verbessert, aber am besten schätzen kann man das Ganze natürlich vor Ort!
Eine weitere gut erhaltene Strecke der Mauer ist in der Niederkirchnerstraße, nicht weit vom berühmten Checkpoint Charlie (der Checkpoint, den man heute dort sehen kann, ist allerdings nur eine Nachbildung).
Unsere letzte Haltestelle in Berlin ist ein wenig skurril. Steinstücken, eine Gemeinschaft von etwa 200 Leuten im Südwesten der Stadt, war einst eine Enklave des Westens, völlig von der DDR umgeben. Als die Mauer fertig gebaut war, waren die Einwohner gänzlich abgeschnitten, und konnten West Berlin nur besuchen, indem sie jedes Mal zwei ostdeutsche Checkpoints passierten. Die Situation hielt 10 Jahre lang an, bis ein kleiner Streifen Land ausgetauscht wurde, der die Enklave mit dem Rest von West Berlin verband. Obwohl die Mauer nun schon lange fort ist, folgt die Grenze zwischen Berlin und Brandenburg immer noch dem gleichen, gewundenem Pfad, mitsamt dem Streifen an Land, welcher kaum 20 Meter breit ist.
Obwohl Berlin die berühmteste Stadt ist, die geteilt wurde, war sie nicht die einzige. Die Grenze zwischen Ost- und West-Deutschland schnitt auch durch andere, kleinere Ortschaften. Unter anderem dem Dorf Mödlareuth, welches zwischen Bayern (im Westen) und Thüringen (im Osten) geteilt war. Die Mauer wurde hier 1966 gebaut, fünf Jahre nach der in Berlin, und ein kleiner Teil davon ist in einem Freiluftmuseum ausgestellt worden, zusammen mit einem Hubschrauber und einigen Panzern.
Wie ihr vielleicht erkennen könnt, gibt es eine unglaubliche Menge an Mauer bezogenen Dingen, die man in Berlin sehen kann, und wir könnten dutzende an Beiträgen damit füllen. Glücklicherweise gibt es eine tolle deutsche Website die das viel besser macht als wir es je könnten, mit einem enormen Vorrat an Fotos, Landkarten und vielen anderen Informationen. Auf der offiziellen Website von Berlin gibt es weitere Information, insbesondere die faszinierenden “Mauer-Spuren” Seiten.
Dank an GSS Author RobK, der den ursprünglichen Beitrag geschrieben hat, und Cédric, der ebenfalls dazu beigetragen hat.


























































