Die Geisterflotte von Mallows Bay
Mallows Bay liegt am östlichen Ufer des Potomac Flusses in Maryland, USA, und ist Standort des größten Schiffsfriedhofes der westlichen Hemisphäre.
Auf den ersten Blick – und ohne Hilfe eines Größenmaßstabes – scheinen die Unregelmäßigkeiten im küstennahen Wasser durch einen Fischschwarm oder anderen aquatischen Tieren verursacht. In Wirklichkeit ist die Ursache aber die Überbleibsel von ca. 100 bis 200 Schiffen, jedes so groß wie ein Fußballfeld, die langsam im Schlamm vor sich hin rotten oder von der Vegetation überwachsen werden.
Während des ersten Weltkrieges hat die US Regierung eine riesige Schiffsproduktion unterstützt – nach dem Krieg lagen dann hunderte Schiffe nutzlos herum. Die ‘Western Marine and Salvage Company’ hat daraufhin über 200 Schiffe zum Schnäppchenpreis gekauft mit dem Plan, die Einzelteile als Schrottmetall zu verkaufen, aber unglücklicherweise wurden etliche Schiffe durch Feuer zerstört; andere brachen los und versanken.
169 Schiffe wurden letztendlich zum Mallows Bay gebracht, aber die Preise für Schrottmetall gingen nach dem Börsensturz von 1929 zu heftig in den Keller, so dass die WM&SC Gesellschaft kurz darauf Bankrott anmeldete.
Trotz mehrere vergeblicher Versuche die Wracke zu bergen, liegen die rostigen Rumpfe immer noch in Mallows Bay, und die örtliche Umwelt scheint sich daran angepasst zu haben – sie beherbergen viele Vogelspezien und andere Tiere, und auf Live Maps kann man ganz klar sehen, dass sie von Bäumen und anderer Vegetation überwachsen sind.
Das einzig identifizierbare Wrack ist das die Fähre Accomac, die wahrscheinlich zum Mallows Bay gebracht wurde nachdem sie in den 60ern in einer Werft in Portsmouth, England, niederbrannte.
Eine detailliertere Geschichte gibt es auf Englisch beim ‘Maryland Department of Natural Resources’ oder der ‘Bay Weekly’ zu lesen. Zudem hat dieser Bericht eines Kayakausfluges interessante Bilder zu bieten.
Dank an Derek Lindahl and Chas Owens.





