Love Canal
Wenige Meilen von den Niagarafällen entfernt befindet sich ein Ort, über den das Touristenbüro wahrscheinlich nicht so stolz ist wie auf den berühmten Wasserfall. Ende der 70er war die Nachbarschaft Love Canal in einen riesigen öffentlichen Gesundheitsskandal verwickelt, als sich herausstellte, dass sie auf einer Mülldeponie mit 21.000 Tonnen Giftmüll gebaut worden war, der anschließend angefangen hatte auszulaufen.
Den Kanal selber1 gibt es seit den 1890ern: ein erfolgloser Versuch, die Niagarafälle zu umgehen, der kaum begonnen hatte als die Finanzierung auch schon auslief. Die umliegende Stadt wuchs, die verlassenen Ausgrabungen wurden verwendet, um zuerst städtischen Abfall abzuladen, und anschließend, in den 1940ern, 55-Gallonen Fässer mit Abfall der nahe gelegenen chemischen Fabrik. Als der Kanal voll war, wurde er mit Lehm und Erde überdeckt.
Leider suchten um diese Zeit herum städtische Beamte eine schöne, große Freifläche, um neue Schulen zu bauen. Ihr seht schon, worauf dies hinausläuft, nicht wahr? Sowohl zwei Schulen, als auch hunderte neuer Häuser wurden auf der toxischen Zeitbombe gebaut. Anwohner bekamen gesundheitliche Probleme, und allerlei Schmiere sickerte aus dem Boden herauf, bis die Regierung schließlich einsah, dass etwas nicht stimmte, und die Gegend evakuierte.
Heute sieht der Kanal ziemlich harmlos aus: die Häuser und Schulen wurden demoliert, und zurück blieb ein grünes Feld (von einem 2,5 Meter hohem Stacheldrahtzaun umgeben), und eine Behandlungsanlage wurde gebaut, um zu verhindern, dass das verseuchte Grundwasser entlaufen kann.
Im Westen kann man die Wohnstraßen sehen, und die Fundamente der Häuser die demoliert wurden.
Street View zeigt eine schaurig verlassene Szene, mit rissigem Asphalt, verblichenen Straßenschildern, und Unkraut, dass die leeren Grundstücke überwuchert. Am Tag, als der Street View Wagen vorbei fuhr, haben einige entsprechend apokalyptisch-aussehend schwarze Wolken zur Atmosphäre beigetragen.
Östlich des Kanals sind die meisten Häuser verschwunden, aber es sieht so aus, als wären einige sture Einwohner dort geblieben. Es scheint eine ganz angenehm bewaldete Nachbarschaft zu sein, wenn man darüber hinwegsehen kann, was sich unter seinen Füßen befindet.
In vielen nahe gelegen Orten sind sogar neue Häuser gebaut worden. Nur wenige Meter von den Resten der demolierten Häuser, auf das Zentrum der Mülldeponie hinausblickend, liegt eine anscheinend neue Siedlung; und weiter nördlich umringen hunderte von Häusern den Standort der 93rd Street Schule, eine der zwei Schulen die wegen der Verseuchung geschlossen wurden.
Love Canal ist nicht die einzige Amerikanische Nachbarschaft, die um diese Zeit Opfer chemischer Verseuchung wurde. Die Stadt Times Beach in Missouri wurde Anfang der 1908er evakuiert und verschwand völlig von der Landkarte, nachdem es sich heraus stellte, dass das Öl, welches auf die Schotterstraßen gesprüht wurde um den Staub in Zaum zu halten, voll von Dioxin war – eines der giftigsten Chemikalien die es gibt. Heute ist die Gegend ein Bundespark, aber man kann immer noch deutlich die Umrisse der Straßen sehen.
Mehr über Love Canal und [Times Beach]http://de.wikipedia.org/wiki/Times_Beach) gibt es bei Wikipedia zu lesen.
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Der Kanal bekommt seinen leicht irreführenden Namen von William T. Love, der die Idee für den Entwurf hatte. ↩











