Athen des Nordens, des Südens, an der Spree und der Isar
Es gibt weltweit 21 Städte, die zu irgendeinem Zeitpunkt den Spitznamen “Athen des (so-und-so)” verpasst bekommen haben. Allerdings haben zwei dieser Städte ihrem Spitznamen noch mehr Ehre erteilt, in dem sie Nachahmungen von Athens berühmtesten Landeszeichen erbaut haben, dem Parthenon.
Nashville, in Tennessee, USA, hat in den 1850ern den Spitznamen “Athen des Südens” erhalten, durch die Erstellung zahlreicher Universitäten und Hochschulen, und da es die erste südliche Stadt der USA war, die ein öffentliches Schulsystem eingeführt hat.
Daher hat Nashville, als Mittelpunkt der Weltausstellung 1897, die einzige komplette, original maßstabsgetreue Kopie des Parthenon gebaut. Das Gebäude war ursprünglich eine temporäre Struktur, aber es war so beliebt, dass es in den 1920ern auf richtigen Fundamenten neu aufgestellt wurde.
Heute dient das Parthenon als Kunstmuseum, und beinhaltet sogar Gipsabdrücke der Marmorskulpturen, die das originale Parthenon geschmückt haben (und heute im Britischen Museum zu sehen sind).
Ende der 1700er wurden viele öffentlich Gebäude in der schottischen Hauptstadt Edinburgh im klassizistischen griechischen Stil gebaut, was der Stadt den Spitznamen “Athen des Nordens” verpasst hat.
1882 wurden dann die Konstruktion einer Kopie des Parthenon begonnen, das sogenannte National Monument, welches ein Denkmal sein sollte für alle, die in den napoleonischen Kriegen verstarben. Man kann deutlich sehen, dass die Struktur nur halb fertig ist, vielleicht durch mangelnde Finanzierung, obwohl einige sagen, dass der Bauentwurf absichtlich war.
Im starken Kontrast zu den Einwohnern von Nashville, bei denen ihr Parthenon relativ beliebt ist, sind die Einwohner Edinburghs ihrem Parthenon eher abgeneigt, und es ist oft als “Edinburghs Blamage” beschrieben worden.
Laut der Liste in Wikipedia gibt es zwei deutsche Städte, die diesen Spitznamen tragen: München, das ‘Athen an der Isar’ bzw. ‘Isar-Athen’, welches diesen Namen aufgrund der großzügigen Neubeuten unter König Ludwig I. Anfang des 19. Jahrhunderts erhielt, die größtenteils von der griechischen Baukunst inspiriert waren. Berlin dagegen, das ‘Athen an der Spree’ oder auch ‘Spree-Athen’, wurde 1706 zum ersten Mal schriftlich dokumentiert mit diesem Alias bedacht. Zu dieser Zeit war Berlin eine aufstrebende Stadt und gewann zunehmend Bedeutung für Wissenschaft und Forschung, nicht zuletzt durch die Gründung der Humboldt-Universität, was dann ausschlaggebend für die Wahl Athens als Namensvetter war.
Mehr über das Parthenon, Nashville und das National Monument, Edinburgh gibt es, allerdings nur auf Englisch, bei Wikipedia zu lesen.
Dank an Taylor Nelson und James Turnbull



