Hadrians Wall
Als die Römer in Großbritannien einfielen, 100 Jahre nach Christie Geburt, schafften sie es nie, ganz Schottland zu erobern.
Bis heute sind die Gründe dafür nicht ganz geklärt: War es das harte, schottische Wetter, das sie zurückhielt? Waren es die furchterregenden Pikten, die schottischen UReinwohner, die sie zurücktrieben? Oder fanden sie einfach, dass das karge, schottische Hochland keine Eroberung wert sei, dass kaum seine eigenen Einwohner ernähren konnte? Was auch immer die Gründe gewesen sein mögen, 122 n. Chr. ließ zumindet Kaiser Hadrian einen Wall errichten, der die südlichen, römisch besetzten Gebiete von den nördlichen Abgrenzen und vor allem vor den Pikten sichern sollte.
Der Hadrian Wall zog sich 117 Kilometer vom einen Küstenende zum anderen. Dabei begann er im Solway Firth (eine Fürth auf der westlichen Seite – Teile der Mauer sin hier immernoch zu erkennen, und endete am River Tyne (wo zwar der Zahn der Zeit die Mauer total zerkaut hat, aber zumindest Überreste des römischen Forts Segedunum ausgegraben wurden).
Obwohl die Mauer fast 2.000 Jahre alt ist und häufig nach dem Abzug der Römer als billiges Steinlager genutzt wurde, sind weite Teile erhalten geblieben. Einer der besterhaltenen Abschnitte befindet sich in der Nähe des Dorfes Gilsland. Beeindruckend in dieser Landschaft ist vor allem eine alte, römische Brücke, die über den Irthing Fluss führt – oder besser gesagt: führte; denn heutzutage verläuft der Fluss etwas weiter westwärts.
Neben Brücken und dem Wall kann man in dieser Gegend auch eine Vielzahl von gut erhaltenen Forts bewundern – alle auch auf einer Karte verzeichnet, der Ordnance Survey Map; darunter so berühmte Namen wie das Birdoswald Fort, das wirklich gut erhaltene Milecastle 481 (direkt neben der Stelle, wo die Bahnlinie den Wall passiert), und eine Handvoll von Römischen Lagern. Gerade aus der Vogelperspektive erkennt man sehr gut die Spuren, die alte Gebäude und ausgehobene Gräben hinterlassen haben – wo auf dem Boden meist keine weiteren Spuren mehr zu erkennen sind.
Aber man sollte nicht denken, dass der Wall nur eine einzige, lange Mauer war. Es war mehr ein Komplex aus mehreren Bauabschnitten – mal kam ein neuer hinzu, mal wurde ein Teil abgerissen. Und vor und hinter dem Wall waren meist noch Holzzäune, Pfähle oder kleinere Mauern aufgebaut. Eines der späteren Konstruktionen war das Vallum: drei kleinere Erdwälle, die parallel ungefähr hundert Meter südlich verliefen und durch Gräben getrennt waren. Auch hier zeigt sich der gelegentliche Vorteil von Aufnahme aus der Vogelperspektive, denn es lassen sich immer noch gut die Grundfassaden erkennen – etwas nördlich von den Schatten erkennt man dann den Wall selbst.
Öfters benutzten die Architekten auch natürliche Gegebenheiten, um den Wall zu stärken. eine der spektakulärsten von ihnen ist wohl die Nutzung eines steilen, felsigen Bergkamms, des Highshield Crags.
Der tiefe Einfallswinkel der Sonne lässt hier auf natürliche weise ein dramatisches Schattenspiel entstehen – aber es sind keine geister, die über die Weiden toben, sondern die Schatten eines Feigenbaumes und zweier Mäuerchen. Dieser Ort, bekannt als die Sycamore Gab (also die Sykomorenlücke), sollte allen Fans des Robin Hood Filmes von Kevin Costner bekannt vorkommen, denn hier rettete er den kleinen Jungen vor Sir Guy von Gisborne rettet.
Natürlich bietet auch Wikipedia Informationen über den Hadrians Wall. Ebenso gibt es für weitreisende Wanderer den sehr empfehlenswerten, 135 Kilometer langen Hadrian’s Wall Path, der sich den gesamten Wall entlangzieht. Für weniger weitreisende Menschen verfügt das Internet aber auch über sehr schöne Photographien.
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Wie man sich vielleicht schon denkt, waren die Milecastles befestigte Forts, die jede römische Meile entlang des Walls errichtet waren. ↩












