Pinatubo (Vulkanwoche)
Beim englischen Google Sightseeing war vor kurzem schon zum vierten Mal Vulkan Woche, für uns ist es dagegen das erste Mal. Wegen unserer Sendepause1 hinken wir ein wenig hinterher, bringen euch aber in dieser und nächster Woche die explosiven Vulkan Beiträge.
Auch aus einem unglaublichen Unglück kann manchmal wahre Schönheit entstehen. Wie zum Beispiel der wunderschöne Kratersee, der in dem Restbecken des 1991 Mount Pinatubo Ausbruchs in den Philippinen entstanden ist. Ein atemberaubendes Naturwunder wurde durch eine der größten, katastrophalsten Vulkanausbrüche der letzten 100 Jahre erzeugt.
Niemand wusste, dass sich tief unter der Oberfläche von Pinatubo vulkanische Aktivitäten ereigneten. Die Einheimischen – die Aeta – hatten keine Erinnerung an ehemalige Ausbrüche in ihren mündlichen Überlieferungen, und geologische Daten waren ebenfalls spärlich.
Dennoch spuckte der Berg, während des Monats Juni 1991, 10 Kubikilometer an heißem, geschmolzenem Magma aus; dabei wurden mehr Schwebstoffe in die Atmosphäre getrieben als beim Ausbruch von Krakatau hundert Jahre zuvor.
Durch den Taifun Yunya, der zu der Zeit durch die Inselnation fegte, wurde die Wolke von Asche, die über die angrenzenden Ozeana sich hätte verteilen sollen, zurück zur Luzon Region getrieben, wo Pinatubo einst ruhte.
Die Mischung aus Taifun angetriebenen Wind und Regen, zusammen mit der Wolke an Asche, verursachte einen starken Niederschlag von schwerem Schlamm, der der erheblichen Schaden in den umliegenden Städten anrichtete. Darunter auch der schon bereits evakuierte Clark Airbase, eine Einrichtung der U.S. Air Force, deren viele Flachdachgebäude unter dem Gewicht der Asche und des Schlamms zusammen brachen.
Das Militäre kehrte nie permanent zu der Einrichtung zurück. Statt dessen überreichten sie as an die Philippinische Regierung, die es zur einen Hälfte in eine Philippinische Luftwaffenstation konvertierte, und zur anderen Hälfte in ein Holiday Inn Ferienort.
Man kann leicht die Schluchten an der Seite des Berges sehen, die nun mit Lahar – einer vulkanischen Schlammmischung – gefüllt sind. Lahar gefüllte Flussbetten durchstreifen die Landschaft um Pinatubo herum.
Nach Jahren an Niederschlaf hat sich das Becken des einstigen Berges mit Wasser gefüllt, wodurch der Pinatubo Kratersee entstanden ist. Jetzt ist es eine Touristendestination, und viele trecken mehrere Stunden durch den tiefen Dschungel um die klaren Wasser des Sees zu erreichen.
In 2002 hatte der See den Krater so sehr gefüllt, dass befürchtet wurde der Rand würde einstürzen, was erhebliche Schäden für die ansässigen Bauernhöfe und die etwa 45.000 Eiwohner in den benachbarten Dörfern bedeutet hätte.
Um den Einsturz zu verhindern, beauftragte die Regierung Ingenieure, die mit Sandsäcken ein provisorisches Flussbett entlang der Bahn eines 5 Meter weiten Lahar Murgangs bauten. Daraufhin wurde eine Einbuchtung der gleichen Weite in die niedrigste Stelle des Kraterrandes geschnitten, und an hand des provisorischen Flussbettes wurden 25% des Wassers im Krater in den nahegelegenen Bucao Fluss abgeleitet.
Alles in allem hat der Pinatubo Ausbruch Vertreibung von tausendenen von Menschen, den Tod von über acht hundert, sowie Schäden im Wert von Milliarden an Pesos an Grundbesitz, Gebäuden und Ackerland verursacht. Aber sie haben immerhin einen wunderschönen See als Trostplaster bekommen.
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Unserer Mutter geht es inzwischen schon viel besser, danke der Nachfrage! ↩






