Frohe Weihnachten!

Posted by Joe, Dezember 24, 2008

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars

Da Weihnachten ist haben wir extra für euch versucht, die Werkstatt des Weihnachtsmannes am Südpol1 zu finden. Alles was wir finden konnten, war dieser Schneehase.

Ob dies wirklich nur Zufall einer Tiefwetterfront ist, oder das Werk von Aliens, Yetis oder gelangweilten Südpolforschern, wer weiß es… ich jedenfalls werde nächstes Jahr auch statt eines Schneemannes einen Schneehasen bauen!

Wir wünschen allen Lesern eine frohe Weihnacht, geruhsame und gesegnete Tage und ein schönes Fest mit Familie und Freunden. Googlesightseeing Deutschland macht jetzt über die Feiertage eine wohlverdiente Pause, und ist im neuen Jahr wieder wie gewohnt mit neuen Artikeln für euch da!


  1. Soeben hat mir ein kleiner Weihnachtswichtel geflüstert, der Weihnachtsmann würde doch am Nordpol wohnen - das erklärt natürlich auch, warum unsere Suche erfolglos blieb! 

Das Schloss Charlottenburg

Posted by Joe, Dezember 22, 2008

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars

Mitten in Berlin liegt das Schloss Charlottenburg. Erbaut zwischen 1695 und 1699 ist die Anlage einer der größten in der Stadt und zudem eine der ältesten. Es ist sogar das einzige Gebäude, dass noch in die Regierungszeit der Fürstenfamilie Hohenzollern zurückreicht

Ursprünglich handelte es sich bei dem Schloss um ein zweieinhalbgeschossiges Gebäude mit einer Kuppel auf seiner Mitte, doch die vielen preußischen Könige, die das Schloss bewohnten, erweiterten es ständig um neue Flügel und Räume für ihre ganz bestimmten Launen und Bedürfnisse. Während des zweiten Weltkrieges wurde das Schloss schwer durch Bomben beschädigt und man befürchtete seinen Abriss.

Das Schloss und das auf ihm liegende Grundstück, zudem natürlich auch ein Schlossgarten gehört, ist schon fast so etwas wie eine Fundgrube für Kunstliebhaber und Historiker. Im Schloss befindet sich die größte Sammlung von Kunstwerken der bedeutendsten französischen Maler des 18. Jahrhunderts, die sich außerhalb Frankreichs finden lässt. Zudem beinhaltet das zum Schloss gehörende Belvedere eine bedeutende Porzellansammlung mit Meisterwerken aus der Königlichen Porzellan Manufaktur.

Der Garten hinter dem Schloss, welcher in Teilen im barocken Stil gehalten ist, ist eine beliebte Touristenattraktion. Im Garten befindet sich auch ein Mausoleum, ein Pavillon und das schon erwähnte Belvedere.

Zur zeit ist das Schloss und der Schlossgarten der Öffentlichkeit zugänglich. Gelegentlich werden hier aber auch Konzerte und Veranstaltungen abgehalten.

Die Website German Architecture stellt eine sehr gute Auswahl an Bildern vom Schloss und dem Schlossgarten bereit, weiterführende Informationen findet man wie häufig auch unter Wikipedia.

Dank an Ruud Kimmelaar und Markus.

Weltgrößter Gummistempel

Posted by Joe, Dezember 18, 2008

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars

In unserer Serie der Weltgrössten geht es weiter mit dem weltgrößten Gummistempel in Cleveland, Ohio.

‘Free Stamp’ ist eine Skulptur der Künstler Claes Oldenburg and Coosje van Bruggen, und wurde schnell zur Kontroverse. Die Skulptur wurde ursprünglich von ‘Standard Oil of Ohio’ in Auftrag gegeben, aber ein Wechsel des Besitzers und Befürchtungen heftiger Gegenreaktion durch die Öffentlichkeit in einer Stadt, die sich wirtschafltich abmühte, führte dazu, dass die Konstruktion angehalten wurde. Die Einzelteile wurden etliche Jahre lang gelagert.

Die Skulptur wurde dann endlich Anfang der ‘90er in Willard Park ausgestellt, als BP America sich einverstanden gab, die Skulptur der Stadt zu schenken. Der Stempel ist 8 Meter hoch und fast 15 Meter lang, und ist zum größten Teil klar in Street View zu sehen.

Leider scheint es, dass die aktuelle wirtschaftliche Lage auf den Standort eingewirkt hat.

Jetzt fehlt uns nur noch das weltgrößte Tintenfass…

Dank an Rich Holmes and Keith.

Auf Google Sightseeing gab es ehemals weitere Skulpturen des gleichen Künstlers zu sehen: Die größte Säge der Welt, Verlorene Eiswaffel, und Spoonbridge and Cherry.

Waldspirale

Posted by Joe, Dezember 16, 2008

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars

Die Waldspirale in Darmstadt, die von oben gesehen zuerst wie ein Park erscheinen mag, ist in Wirklichkeit ein zwölfstöckiges Wohnhaus.

Das fazinierende Gebäude wurde zwischen 1998 und 2000 von dem österreichischen Architekten und Künstler Friedensreich Hundertwasser entworfen. Leider starb er kurz bevor der Bau fertig wurde. Ganz nach Hunderwassers persönlichem Stil weisst das Gebäude russische Zwiebeltürme und kaum gerade Linien vor1. Das Dach des Wohnhauses ist grün, da es mit Buchen, Linden und Ahornbäumen bepflanzt ist.

Das Gebäude beinhaltet 105 Wohnungen, sowie ein Cafe und eine Bar am Gipfel der Spirale. Einmalig ist, dass das Gebäude über 1000 Fenster besitzt, von denen sich keine zwei gleichen.

Bei Flickr gibt es viele Fotos der Waldspirale die vor Ort aufgenommen wurden.


  1. Laut Hunderwasser sind gerade Linien “des Teufels Werkzeug” 

Neues Opernhaus Oslo

Posted by Joe, Dezember 12, 2008

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars

Direkt an den Fjordufern Oslos prankt das neues Opernhaus seit April diesen Jahres in voller Pracht und lädt musikbegeisterte Menschen zu einem Erlebnis ein, das nicht nur die Ohren, sondern auch die Augen faszinieren dürfte. Das Gebäude ist in seiner Form einem riesigen Eisberg nachempfunden worden (auch wenn sich sechs Siebtel des Gebäudes nicht unter der Erde befinden), als Hommage an diese Riesen der nördlichen Flüße und Meere, die nicht unerheblich an der Bildung von Norwegens Fjorde beteiligt war.

Das Kunstwerk, wie man es schon nennen muss, wurde vom Architekturbüro Snøhetta entworfen und öffnete nach einer fünfjährigen Bauzeit anfang 2008. Man gab Snøhetta die Möglichkeit, ruhig etwas großzügiger mit den verwendeten Materialien umzugehen. Das Ergebnis ist eine Außenfassade, die zu 90 Prozent aus Italienischem Marmor und zu 10 Prozent aus Granit, natürlich aus Norwegen stammend, besteht. Da darf das Innenleben natürlich in nichts nachstehen, bei dem wir Deutschen auch unseren Beitrag als Zulieferant leisten konnten, denn ein Großteil davon strahlt in deutscher Eiche.

Aber mal ganz ehrlich, für solch ein tolles Gebäude ist ein billiges Google Earth Foto doch die reinste Beleidigung! Wir würden natürlich gerne jedem Leser eine Reise nach Oslo spendieren, um sich diese fantastische Oper selber anzusehen. Da dies unsere Mittel bei weitem übersteigt, wollen wir euch wenigstens mit adäquatem Bildmaterial versorgen:

  • Auf Flicker gibt es einen Gruppenpool mit Fotos zum Opernhaus
  • Arcspace.com stellt eine Phototour vom gesamten Gebäude zur Verfügung
  • ‘The Times’ hat einen Artikel über die Eröffnung des Opernhauses publiziert
  • Wie immer gibt es natürlich auch einen Wikipediaartikel zu dem Thema.

Dank an James McKay.

Riesenspinnen

Posted by Joe, Dezember 10, 2008

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars

Vorsicht an alle, die an Arachnophobie (Angst vor Spinne) leiden - in vielen Ecken der Welt scheinen sich riesige Spinnen zuhause zu fühlen; allerdings glücklicherweise nur im Namen der Kunst.

Auf dem Dach eines Gebäudes in Reno, Nevada, sitzt zum Beispiel ein riesen Vieh.

Diese Spinnenskulptur wurden vom Künstler David Fambrough entworfen. Sie besteht aus dem Gehäuse eines VW Käfers mit riesigen Beinen aus Metall (welcher Familie von Insekten das Konstrukt genau zuzuschreiben ist, konnte uns leider auch kein Biologe verraten). Die beindruckende Spinne sollte schon aus dem Weg geräumt werden, bekam aber eine Galgenfrist und wird nun in einen anderen Stadteil verlegt.

Maman, eine Skulptur der Bildhauerin Louise Bourgeois, gibt es in 8 verschiedenen Ausfertigungen weltweit zu finden und ist von Kontroverse umgeben. In Ottawa, Kanada, gibt es eine 10 Meter hohe Maman zu sehen, die 3,2 Millionen kanasiche Dollar gekostet hat. Trotz des hohen Preises scheint sie zu gefallen, denn die Skulptur ist schnell zu einer beliebten lokalen Ikone geworden.

Weitere Exemplare der Maman gibt es auch vor Kunstgalerien in Bilbao, Tokio und Seoul zu sehen.

In Kansas City ist Maman auf Google Maps nicht sichtbar, aber Street View zeigt, wie die Spinne dort fröhlich zwei Frauen und ein (zweifellos ziemlich traumatisiertes) Baby im Kinderwagen bedroht.

Maman ist auch in St Petersburg, Paris und Havana zuhause, aber wir konnten sie bisher noch nicht auf Google Maps oder Google Earth aufspüren. Lasst uns wissen, wenn ihr sie findet!

Und zu guter letzt müssen riesige Spinnen natürlich auch riesige Netze spinnen… so wie dieses hier in Colorado, das anscheinend mehrere hundert Meter weit ist. Hoffentlich bleibt kein unbescholtener Wanderer drin kleben.

Dank an Steve and Bleij.

Die größte Explosion auf Britischem Boden

Posted by Joe, Dezember 8, 2008

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars

England war am 27. November 1944 Zeuge der bis dahin größten, nicht nuklearen Explosion der Welt. Was war geschehen? Während des zweiten Weltkrieges diente eine altes Bergwerk bei Fauld als Lager für über 20.000 Tonnen an Munition - bis dann alles explodierte.

Nun gut, es explodierte nicht alles - aber genügend, um beträchtlichen Schaden anzurichten: 4.000 Tonnen an Sprengstoff, dass meiste davon Bomben, waren hauptverantwortlich für dieses Unglück und verursachten zwei den Himmel überragende Säulen schwarzen Rauches. Das infernalische Feuerwerk hat seine Spuren in der Landschaft deutlich hinterlassen, auch noch bis zum heutigen Tag.

Leider Gottes starben 70 Menschen bei der Explosion oder durch ihre Folgen. Aber viele hatten auch Glück im Unglück, denn die meisten Menschen, die zu der Zeit unter Tage im Waffenlager arbeiteten, schafften es nach der Explosion unversehrt an die Oberfläche. Der Grund für das Desaster konnte nie zweifellos festgestellt werden. Am wahrscheinlichsten scheint es, das ein Arbeiter der Royal Air Force beim Entschärfen einer Bombe keinen Holzkeil, sondern ein metallisches Stemmeisen verwendete. Wie wir alle wissen, soll man bei elektrischen Geräten ja vorher die Sicherung rausdrehen, bevor man mit Metall an ihnen arbeitet - der für den Unfall verantwortliche Mitarbeiter hatte sich wohl nicht daran gehalten, und das Stemmeisen löste einen verhehrenden Kurzschluss aus.

Während das meiste Inventar des Munitionslagers nach der Explosion nicht mehr zu gebrauchen war, wurde das Bergwerk selber noch bis 1966 von der Royal Air Force, der britischen Luftwaffe, als Waffenlager benutzt. Wer einen Spaten nimmt und eine Reise macht, der kann unter dem Krater vergraben noch eine nicht unerhebliche Menge an Munition finden. Viel Spaß beim graben!

Wer sich stattdessen einfach nur mit weiterführenden Informationen beschäftigen möchte, für den haben wir auch noch einiges - leider alles auf Englisch (bei der nächsten Explosion auf deutschem Boden kriegen wir vielleicht auch Informationen auf deutsch). Die BBC stellt einen Artikel auf ihrer Internetseite zur Verfügung, ebenso wie Wikipedia. Außerdem gibt es noch diese interessante Seite über das ganze Geschehen, auf der auch viele Bilder zu finden sind. Gerade dieses hier hat mich am meisten beeindruckt, auf dem man die Lagerung der Bomben erkennen kann - und ungefähr ein Bild davon bekommt, welche Masse an Sprengstoff in einer Sekunde verpulvert wurde.

Dank an Chris Davey.

Hyperboloid Türme

Posted by Joe, Dezember 4, 2008

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars

Vladimir Shukhov war ein Russischer Ingenieur, Wissenschaftler und Architekt, dessen bahnbrechende Bautechnik zum Entwurf der weltersten Hyperboloid Strukturen geführt hat.

In der Mathematik ist ein Hyperboloid eine Quadrik (”die Menge der Punkte mit dem Ortsvektor x, deren Koordinaten einer Gleichung genügen, die durch Nullsetzen einer quadratischen Funktion entsteht”) die definiert wird durch, eh… diese komplex ausehende Formel. In Grunde ist es eine art dreidimensionale Fläche, die am häufigsten in der Form von Kühltürmen in Kraftwerken zu sehen ist.

Die erste Hyperboloidstruktur war ein Wasserturm der für die ‘All-Russia’ Ausstellung von 1986 erbaut wurde. Der Entwurf besteht aus aufrechten Trägern die gitterartig arrangiert sind, was bedeutet, dass hohe Türme mit minimaler Windresistenz gebaut werden konnten.

Heute bestehen noch sieben von Shukhovs Türmen in Russland, inklusive des 160 Meter hohen Schuchow Radioturm in Moskau, der zwischen 1919 und 1922 während des Russischen Bürgerkrieges gebaut wurde. Zur Zeit durch Abriss bedroht steht der Turm an der Spitze von UNESCOs Liste von bedrohten Gebäuden, und Fans haben eine Kampagne gestartet um den Turm zu retten.

Der 128 Meter hohe Schuchow Turm am Oka Fluss ist der einzig überlebende Hyperboloid Freileitungsmast, der Teil einer 100kv Elektrizitätslinie war, die zwischen 1927 und 1929 erbaut wurde. Wegen des lattenartigen Entwurfs ist es kaum auf dem Thumbnail Bild zu sehen, aber wenn ihr euch zur Karte durchklickt, könnt ihr den Shatten des Lattenmusters sehen.

Der Gebrauch von Hyperboloid Strukturen war jedoch nicht auf Russland begrenzt - in Spanien bieten die 158 Meter hohen Freileitungsmasten von Cádiz, die 1960 fertig gestellt wurden, ein grossartiges Beispiel dieser Konstruktionsmethode. Hier wurde diese Methode gewählt, da die Spanier zu der Zeit keine Mittel hatten grosse Stahlträger zu transportieren, und Francisco Franco’s Regime den Import von allem verhinderte, das die Arbeit hätte erledigen können.

Hier ist eine KML Datei aller 7 überlebender Schuchow Türme (oder auf einer Karte) und es gibt viele weiter Hyperboloid Strukturen in verschiedenen Erscheinungen weltweit. Bei Wikipedia gibt es auch mehr über Hyperboloid Strukturen, als auch überWladimir Schuchow selbst.