Alle Sights der Kategorie 'Menschenmengen'

Google Sightseeing nimmt euch mit auf eine Weltreise per Satellit, mittels dem frei erhältlichen Google Earth Program, oder Google Maps in eurem Browser. Jede Woche präsentieren eure Fremdenführer Jenni und Joe neue skurrile und wundervolle Entedeckungen, vielen davon von unseren Lesern selbst vorgeschlagen.

Jenni und Joel

Wie man Street View in die Irre führt

Posted by Joe, Januar 20, 2009

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Trotz Googles Technologie zur Unkenntlichmachung von Gesichtern, die sogar bei überlebensgroßen Tigger Plastiken funktioniert (wie man in einem Halloweenbeitrag sah), scheint die Gesichtserkennungsquote bei Menschen nicht ganz so hoch zu sein, da man immer wieder auf schön erkennbare, unveränderte Gesichter in Google Street View trifft.

Hier direkt vor dem Kolosseum in Rom hat ein verliebtes Pärchen eine erfolgsversprechende Methode gefunden, die Software von Google in die Irre zu führen und somit es mit Angesicht ins Street View zu schaffen. Die Methode empfiehlt praktisch zur Nachahmung.

OK, wenn ihr auf den Link geklickt habt, werdet ihr euch gewundert haben, da alle Gesichter schließlich verpixelt waren, auch die von dem vor dem Kolosseum küssenden Pärchen. Der Kuss ist wohl nach Meinung von Googel soleidenschaftlich, dass es unerantwortlich wäre, in ungefiltert der Öffentlichkeit preiszugeben. Also wurde schnell ein Mitarbeiter, vorzugsweise ein Praktikant, bei Googel aufgetrieben, der sich Pixel für Pixel an das Bild gesetzt hat, um nachzuholen, was die Gesichtserkennungssoftware versäumt hatte. Wer aber noch vor wenigen Tagen die Lust verspürt hatte, das Kolosseum zu betrachten, hatte die Gelegenheit, die Aufnahme vor der Arbeit des armen Praktikanten zu betrachten.

Bei dem heutigen Zugang an freier Pornographie, den wir dem zehn bis sechzehnjährigen Teil unserer Bevölkerung ohne Bedenken ermöglichen, scheint die Zensierung eines Kusses ein wenig ironisch, aber bis wir eine jugendschützende Zensur im Internet erhalten, werden wir uns mir der Gesichtszensur von Googel wohl zufrieden geben.

Was aber mehr zu interessieren scheint, ist der Umstand, dass dieses Mal nur das Gesicht verpixelt wurde – was ja viel mehr Mühe kostet, als die normale Praxis bei Googel in solchen Fällen, einfach das gesamte Bild zu entfernen. Insofern haben die beiden verliebten sich den optimalen Platz ausgesucht, denn man kann schlecht das Kolosseum in Rom einfach aus seinem Fotographiebestand entfernen – was würden die Google Street View Touristen denken?!

Aus der ganzen Geschichte können also zwei Dinge lernen: Möchte man in Googel Street View zu sehen sein, dann sollte man erstens etwas tun, was die Gesichtserkennungssoftware in die Irre führt (Küssen, Handstand, Gesichtsbemalung etc.), und zweitens sollte man es vor einem Platz unternehmen, der nicht einfach von Googel ignoriert werden kann (auf dem Brandenburger Tor, in der Bundestagskuppel, vor den Bremer Stadtmusikanten). Wir sind gespannt auf eure Aktionen!

Petra, eine aus dem Felsen geschlagene Stadt der Antike

Posted by Andreas, Mai 22, 2008

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Seit den Kreuzzügen von der westlichen Welt in Vergessenheit geraten und 1812 vom Schweizer Jean Louis Burckhardt wiederentdeckt, liegt die antike Stadt Petra – griechisch “Felsen” – in Jordanien, unweit der israelischen Grenze.

Von früheren Besiedlungen, die bis in die Steinzeit zurückgehen abgelöst, entstanden Petras erste feste Bauten im 3. Jh. vor Chr.. Vom 5. Jh. vor bis zum 3. Jh. nach Christus war Petra ein bedeutender Handelsplatz und bildete einen wichtigen Knotenpunkt der Weihrauchstraße. Das erstaunlichste ist, dass die Mehrzahl der erhalten gebliebenen Gebäude nicht im eigentlichen Sinne gebaut wurden, sondern direkt aus dem örtlichen Sandstein gemeißelt wurden, wie beispielsweise dieses antike Amphitheater.


Foto von ebener Erde

Der wohl am besten erhaltene Teil der Stadt ist das von Beduinen als Schatzhaus des Pharao bezeichnete Khazne al-Firaun, welches sich geschützt am Ende der hohen, engen al-Siq Schlucht befindet. Der Schutz der hohen Felswände sorgte dafür, dass das Schatzhaus – eigentlich ein Grabtempel – nicht wie viele andere architektonische Besonderheiten von Petra im Laufe der Jahrtausende vom Wüstenwind sandgestrahlt wurde.1

Auch wenn die Draufsicht nicht den Blick auf die Fassade selbst erlaubt, sehen davor wir eine Gruppe Touristen direkt davor.

Das Schatzhaus befindet sich an der Oberseite des Bildausschnitts und ein von der Gruppe aufgenommenes Foto würde ziemlich aussehen, wie dieses Bild.

Falls euch das Bild irgendwie bekannt vorkommt, erkennt ihr es vielleicht von Steven Spielbergs Film Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, in welchem es als Teil des fiktionalen “Tempel des heiligen Gral” erscheint.2

Wenn Ihr weiter “forschen” wollt, ist hier eine gute Karte mit allen örtlichen Sehenswürdigkeiten, oder geht zu Petras Seite auf Wikipedia.

Danke an Jason Griswold und Dan Kuck.


  1. Auch das Schatzhaus weist allerdings einige schwere Beschädigugen auf, wie zum Beispiel die deutlich erkennbaren Einschusslöcher in einer weit oben stehenden Urne. Dieser Schaden wird Beduinen zugeschrieben, welche auf diese Weise mögliche Schätze bergen wollten. Allerdings ist die dekorative Urne wie auch andere Behältnisse in Wahrheit aus massivem Fels … 

  2. Es ist natürlich kein Zufall, dass kürzlich der internationale Anlauf von Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels