Wie man Street View in die Irre führt
Trotz Googles Technologie zur Unkenntlichmachung von Gesichtern, die sogar bei überlebensgroßen Tigger Plastiken funktioniert (wie man in einem Halloweenbeitrag sah), scheint die Gesichtserkennungsquote bei Menschen nicht ganz so hoch zu sein, da man immer wieder auf schön erkennbare, unveränderte Gesichter in Google Street View trifft.
Hier direkt vor dem Kolosseum in Rom hat ein verliebtes Pärchen eine erfolgsversprechende Methode gefunden, die Software von Google in die Irre zu führen und somit es mit Angesicht ins Street View zu schaffen. Die Methode empfiehlt praktisch zur Nachahmung.
OK, wenn ihr auf den Link geklickt habt, werdet ihr euch gewundert haben, da alle Gesichter schließlich verpixelt waren, auch die von dem vor dem Kolosseum küssenden Pärchen. Der Kuss ist wohl nach Meinung von Googel soleidenschaftlich, dass es unerantwortlich wäre, in ungefiltert der Öffentlichkeit preiszugeben. Also wurde schnell ein Mitarbeiter, vorzugsweise ein Praktikant, bei Googel aufgetrieben, der sich Pixel für Pixel an das Bild gesetzt hat, um nachzuholen, was die Gesichtserkennungssoftware versäumt hatte. Wer aber noch vor wenigen Tagen die Lust verspürt hatte, das Kolosseum zu betrachten, hatte die Gelegenheit, die Aufnahme vor der Arbeit des armen Praktikanten zu betrachten.
Bei dem heutigen Zugang an freier Pornographie, den wir dem zehn bis sechzehnjährigen Teil unserer Bevölkerung ohne Bedenken ermöglichen, scheint die Zensierung eines Kusses ein wenig ironisch, aber bis wir eine jugendschützende Zensur im Internet erhalten, werden wir uns mir der Gesichtszensur von Googel wohl zufrieden geben.
Was aber mehr zu interessieren scheint, ist der Umstand, dass dieses Mal nur das Gesicht verpixelt wurde – was ja viel mehr Mühe kostet, als die normale Praxis bei Googel in solchen Fällen, einfach das gesamte Bild zu entfernen. Insofern haben die beiden verliebten sich den optimalen Platz ausgesucht, denn man kann schlecht das Kolosseum in Rom einfach aus seinem Fotographiebestand entfernen – was würden die Google Street View Touristen denken?!
Aus der ganzen Geschichte können also zwei Dinge lernen: Möchte man in Googel Street View zu sehen sein, dann sollte man erstens etwas tun, was die Gesichtserkennungssoftware in die Irre führt (Küssen, Handstand, Gesichtsbemalung etc.), und zweitens sollte man es vor einem Platz unternehmen, der nicht einfach von Googel ignoriert werden kann (auf dem Brandenburger Tor, in der Bundestagskuppel, vor den Bremer Stadtmusikanten). Wir sind gespannt auf eure Aktionen!






