Die weltgrößten fahrbaren Industriemaschinen kommen – natürlich – aus… Deutschland! Zwischen Brandenburg und Sachsen, an der Grenze zu Polen, liegt das Lausitzer Braunkohlerevier, und hier liegen auch die größten beweglichen technischen Arbeitsmaschinen der Welt – fünf Abraumförderbrücken des Typs F60.

Dank einer Länge von 502 Metern und ihrer Konstruktionsart werden sie als liegende Eiffeltürme bezeichnet (auch wenn dieser gerademal 324 Meter misst) – neben diesem schon erstaunlichen Maß wiegen die Maschinen außerdem 13.600 Tonnen und sind 80 Meter hoch sowie 240 Meter breit. 760 Räder bewegen ein jedes dieser Monster auf Schienen, wobei bei diesen Ausmaßen zumindest eines auf der Strecke bleiben muss: die Höchstgeschwindigkeit von 13 Metern pro Minute (was 0,78 km/h entspricht). Dafür sorgen aber zwei vorgelagerte Bagger der F60 für eine Förderleistung von 29.000 Kubikmetern, was 50.000 Tonnen oder aber einem 8 Meter tiefen Loch in der Größe eines Fußballfeldes entspricht.
Allerdings sind von den fünf F60s zur Zeit gerade nur drei in Betrieb. Eine wird zur Zeit modernisiert, die andere dient als Museum und ist Besuchern zugänglich. Die drei arbeitenden Maschinen kann man in Jänschwalde (das erste Bild in diesem Artikel), Welzow-Süd und Nochten bewundern.
Die gerade zwecks Modernisierung in Reparatur befindliche F60 liegt in Reichwalde, wobei sie leider teilweise von einem Papierflieger überdeckt wurde, der wohl gerade in dem Moment am Google Satelliten vorbei geflogen war, als dieser das Foto schoss.

Auch die letzte F60 kann man bei Google Maps bestaunen. Sie liegt in Lichterfeld-Schacksdorf (manchmal fragt man sich, ob die Maschinen oder die Namen ihrer Orte kurioser sind). Sie war gerade mal 13 Monate in Betrieb und ist nun – wie schon erwähnt – für Touristen, die man von oben wohl nicht erkennen kann, zugänglich. Die Europäische Route der Industriekultur verfügt über weiterführende Informationen und gute Fotoaufnahmen der Geräte.

Dank an Martin Zwirner.