Alle Sights in Schottland

Google Sightseeing nimmt euch mit auf eine Weltreise per Satellit, mittels dem frei erhältlichen Google Earth Program, oder Google Maps in eurem Browser. Jede Woche präsentieren eure Fremdenführer Jenni und Joe neue skurrile und wundervolle Entedeckungen, vielen davon von unseren Lesern selbst vorgeschlagen.

Jenni und Joel

Hadrians Wall

Posted by Joe, Juni 16, 2009

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars

Als die Römer in Großbritannien einfielen, 100 Jahre nach Christie Geburt, schafften sie es nie, ganz Schottland zu erobern.

Bis heute sind die Gründe dafür nicht ganz geklärt: War es das harte, schottische Wetter, das sie zurückhielt? Waren es die furchterregenden Pikten, die schottischen UReinwohner, die sie zurücktrieben? Oder fanden sie einfach, dass das karge, schottische Hochland keine Eroberung wert sei, dass kaum seine eigenen Einwohner ernähren konnte? Was auch immer die Gründe gewesen sein mögen, 122 n. Chr. ließ zumindet Kaiser Hadrian einen Wall errichten, der die südlichen, römisch besetzten Gebiete von den nördlichen Abgrenzen und vor allem vor den Pikten sichern sollte.

highshield

Der Hadrian Wall zog sich 117 Kilometer vom einen Küstenende zum anderen. Dabei begann er im Solway Firth (eine Fürth auf der westlichen Seite – Teile der Mauer sin hier immernoch zu erkennen, und endete am River Tyne (wo zwar der Zahn der Zeit die Mauer total zerkaut hat, aber zumindest Überreste des römischen Forts Segedunum ausgegraben wurden).

solway1 wallsend

Obwohl die Mauer fast 2.000 Jahre alt ist und häufig nach dem Abzug der Römer als billiges Steinlager genutzt wurde, sind weite Teile erhalten geblieben. Einer der besterhaltenen Abschnitte befindet sich in der Nähe des Dorfes Gilsland. Beeindruckend in dieser Landschaft ist vor allem eine alte, römische Brücke, die über den Irthing Fluss führt – oder besser gesagt: führte; denn heutzutage verläuft der Fluss etwas weiter westwärts.

bridge

Neben Brücken und dem Wall kann man in dieser Gegend auch eine Vielzahl von gut erhaltenen Forts bewundern – alle auch auf einer Karte verzeichnet, der Ordnance Survey Map; darunter so berühmte Namen wie das Birdoswald Fort, das wirklich gut erhaltene Milecastle 481 (direkt neben der Stelle, wo die Bahnlinie den Wall passiert), und eine Handvoll von Römischen Lagern. Gerade aus der Vogelperspektive erkennt man sehr gut die Spuren, die alte Gebäude und ausgehobene Gräben hinterlassen haben – wo auf dem Boden meist keine weiteren Spuren mehr zu erkennen sind.

birdoswald mc48 camp camp2

Aber man sollte nicht denken, dass der Wall nur eine einzige, lange Mauer war. Es war mehr ein Komplex aus mehreren Bauabschnitten – mal kam ein neuer hinzu, mal wurde ein Teil abgerissen. Und vor und hinter dem Wall waren meist noch Holzzäune, Pfähle oder kleinere Mauern aufgebaut. Eines der späteren Konstruktionen war das Vallum: drei kleinere Erdwälle, die parallel ungefähr hundert Meter südlich verliefen und durch Gräben getrennt waren. Auch hier zeigt sich der gelegentliche Vorteil von Aufnahme aus der Vogelperspektive, denn es lassen sich immer noch gut die Grundfassaden erkennen – etwas nördlich von den Schatten erkennt man dann den Wall selbst.

vallum

Öfters benutzten die Architekten auch natürliche Gegebenheiten, um den Wall zu stärken. eine der spektakulärsten von ihnen ist wohl die Nutzung eines steilen, felsigen Bergkamms, des Highshield Crags.

highshield1

Der tiefe Einfallswinkel der Sonne lässt hier auf natürliche weise ein dramatisches Schattenspiel entstehen – aber es sind keine geister, die über die Weiden toben, sondern die Schatten eines Feigenbaumes und zweier Mäuerchen. Dieser Ort, bekannt als die Sycamore Gab (also die Sykomorenlücke), sollte allen Fans des Robin Hood Filmes von Kevin Costner bekannt vorkommen, denn hier rettete er den kleinen Jungen vor Sir Guy von Gisborne rettet.

sycamore

Natürlich bietet auch Wikipedia Informationen über den Hadrians Wall. Ebenso gibt es für weitreisende Wanderer den sehr empfehlenswerten, 135 Kilometer langen Hadrian’s Wall Path, der sich den gesamten Wall entlangzieht. Für weniger weitreisende Menschen verfügt das Internet aber auch über sehr schöne Photographien.


  1. Wie man sich vielleicht schon denkt, waren die Milecastles befestigte Forts, die jede römische Meile entlang des Walls errichtet waren. 

Athen des Nordens, des Südens, an der Spree und der Isar

Posted by Jenni, Mai 12, 2009

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars

Es gibt weltweit 21 Städte, die zu irgendeinem Zeitpunkt den Spitznamen “Athen des (so-und-so)” verpasst bekommen haben. Allerdings haben zwei dieser Städte ihrem Spitznamen noch mehr Ehre erteilt, in dem sie Nachahmungen von Athens berühmtesten Landeszeichen erbaut haben, dem Parthenon.

Nashville, in Tennessee, USA, hat in den 1850ern den Spitznamen “Athen des Südens” erhalten, durch die Erstellung zahlreicher Universitäten und Hochschulen, und da es die erste südliche Stadt der USA war, die ein öffentliches Schulsystem eingeführt hat.

Daher hat Nashville, als Mittelpunkt der Weltausstellung 1897, die einzige komplette, original maßstabsgetreue Kopie des Parthenon gebaut. Das Gebäude war ursprünglich eine temporäre Struktur, aber es war so beliebt, dass es in den 1920ern auf richtigen Fundamenten neu aufgestellt wurde.

Heute dient das Parthenon als Kunstmuseum, und beinhaltet sogar Gipsabdrücke der Marmorskulpturen, die das originale Parthenon geschmückt haben (und heute im Britischen Museum zu sehen sind).

Ende der 1700er wurden viele öffentlich Gebäude in der schottischen Hauptstadt Edinburgh im klassizistischen griechischen Stil gebaut, was der Stadt den Spitznamen “Athen des Nordens” verpasst hat.

1882 wurden dann die Konstruktion einer Kopie des Parthenon begonnen, das sogenannte National Monument, welches ein Denkmal sein sollte für alle, die in den napoleonischen Kriegen verstarben. Man kann deutlich sehen, dass die Struktur nur halb fertig ist, vielleicht durch mangelnde Finanzierung, obwohl einige sagen, dass der Bauentwurf absichtlich war.

Im starken Kontrast zu den Einwohnern von Nashville, bei denen ihr Parthenon relativ beliebt ist, sind die Einwohner Edinburghs ihrem Parthenon eher abgeneigt, und es ist oft als “Edinburghs Blamage” beschrieben worden.

Laut der Liste in Wikipedia gibt es zwei deutsche Städte, die diesen Spitznamen tragen: München, das ‘Athen an der Isar’ bzw. ‘Isar-Athen’, welches diesen Namen aufgrund der großzügigen Neubeuten unter König Ludwig I. Anfang des 19. Jahrhunderts erhielt, die größtenteils von der griechischen Baukunst inspiriert waren. Berlin dagegen, das ‘Athen an der Spree’ oder auch ‘Spree-Athen’, wurde 1706 zum ersten Mal schriftlich dokumentiert mit diesem Alias bedacht. Zu dieser Zeit war Berlin eine aufstrebende Stadt und gewann zunehmend Bedeutung für Wissenschaft und Forschung, nicht zuletzt durch die Gründung der Humboldt-Universität, was dann ausschlaggebend für die Wahl Athens als Namensvetter war.

Mehr über das Parthenon, Nashville und das National Monument, Edinburgh gibt es, allerdings nur auf Englisch, bei Wikipedia zu lesen.

Dank an Taylor Nelson und James Turnbull